

Sina & Jack
Zusammen gekommen.
Zusammen geblieben.
Zusammen gegangen.
Sina: 03.11.2013 – 14.08.2023
Jack: 01.05.2014 – 14.08.2023

Zwei Hunde, die zusammengehörten
Sina und Jack kamen gemeinsam zu uns. Ihre Besitzerin war schwer erkrankt und konnte die beiden Hunde nicht mehr versorgen.
Was zunächst wie eine vorübergehende Unterbringung aussah, entwickelte sich zu einer Geschichte, die niemand vorhersehen konnte.
Denn schon bald zeigte sich, dass beide gesundheitlich große Baustellen mitbrachten. Eine normale Vermittlung rückte immer weiter in den Hintergrund.
Doch Sina und Jack hatten etwas, das ihnen niemand nehmen konnte:
Sie hatten einander. Und sie sollten auch zusammenbleiben.
Im August 2020 änderte sich für Sina und Jack plötzlich alles. Ihre Besitzerin war schwer erkrankt und konnte die beiden nicht mehr versorgen.
Für uns kam die Anfrage zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt – unsere Pflegestellen waren eigentlich voll. Trotzdem musste schnell eine Lösung gefunden werden.
Sina und Jack konnten zunächst bei Mario unterkommen. Dort sollten sie erst einmal ankommen, während wir überlegten, wie es für die beiden weitergehen könnte.
Schon die ersten Tage machten deutlich, dass wir es nicht nur mit zwei Hunden zu tun hatten, die ihr Zuhause verloren hatten.
Beide brachten gesundheitliche Probleme mit, die wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vollständig überblicken konnten.

Plötzlich brauchten beide ein neues Zuhause
Im November 2020 zogen Sina und Jack gemeinsam zu Sabine. Eigentlich sollte es zunächst eine normale Pflegestelle sein – ein Ort, an dem die beiden das Leben im Haus kennenlernen und wir sie besser einschätzen konnten.
Doch schon beim ersten Gesundheitscheck zeigte sich, wie viel Arbeit vor ihnen lag.
Jack lahmte stark. Beim Röntgen wurde eine Ellenbogendysplasie festgestellt. Er bekam zunächst Schmerzmittel – damals wussten wir noch nicht, wie sehr ihn seine Gelenke später einmal einschränken würden.
Und Sina? Sie brachte stolze 47 Kilogramm auf die Waage. Trotz kleiner Futterportionen war sie deutlich übergewichtig, bewegte sich nur langsam und hatte große Schwierigkeiten beim Hinlegen und Aufstehen. Die Blutuntersuchung brachte schließlich eine Erklärung: Sina litt an einer Schilddrüsenunterfunktion.
Mit Medikamenten, angepasstem Futter, Bewegung und viel Pflege begann für beide ein neues Leben.
Aus einer vorübergehenden Pflegestelle sollte schon bald ihr Zuhause für die nächsten fast drei Jahre werden.
Ein neuer Anfang bei Sabine


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Als Sina bei Sabine einzog, war sie körperlich in keinem guten Zustand. Mit 47 Kilogramm war sie stark übergewichtig, ihr Fell größtenteils verfilzt und selbst alltägliche Bewegungsabläufe fielen ihr schwer.
Die festgestellte Schilddrüsenunterfunktion wurde medikamentös behandelt. Gleichzeitig begann Sabine mit angepasstem Futter, regelmäßiger Bewegung und intensiver Fell- und Körperpflege.
Und Sina veränderte sich.
Innerhalb von sieben Monaten verlor sie 13 Kilogramm. Sie wurde beweglicher, konnte wieder rennen und sogar galoppieren. Aus der Hündin, der anfangs schon Hinlegen und Aufstehen schwerfielen, wurde wieder eine Sina, die ihre Spaziergänge genießen konnte.
Doch gesundheitlich blieb sie ein Sorgenkind. Arthrosen an Ellenbogen, Hüften, Knien und Wirbelsäule begleiteten sie ebenso wie ihre starke Reaktion auf Grasmilben. Medikamente, Spezialfutter und regelmäßige Pflege gehörten deshalb dauerhaft zu ihrem Leben.
Und mit der körperlichen Veränderung kam immer mehr von ihrem eigentlichen Charakter zum Vorschein: Sina war liebevoll und verschmust – aber durchaus mit eigenen Vorstellungen. Sie bewachte gern ihr Grundstück, meldete zuverlässig, was sich am Zaun tat, und konnte auch schon einmal entscheiden, dass etwas anderes gerade interessanter war als das, was ihre Menschen von ihr wollten.
Aus dem „kleinen Tönnchen“ war wieder eine lebensfrohe, selbstbewusste Schäferhündin geworden.
Sina – aus dem Entlein wurde ein stolzer Schwan
Jack war der ruhigere Part des Duos. Menschenbezogen, freundlich und eher zurückhaltend – ein Hund, der die Nähe seiner Bezugspersonen suchte und am liebsten einfach dabei war.
Doch Jack brachte eine große Unsicherheit mit. Viele alltägliche Dinge machten ihm Angst. Beim Tierarzt geriet er schnell in Panik, Untersuchungen waren teilweise nur unter Sedierung möglich. Selbst ein einfaches Nachschauen in die Ohren konnte ihn völlig aus der Fassung bringen.
Gleichzeitig bereitete uns seine Gesundheit zunehmend Sorgen. Bereits kurz nach seinem Einzug wurde eine Ellenbogendysplasie festgestellt. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich der Zustand beider Ellenbogen erheblich. Medikamente, Physiotherapie und weitere unterstützende Maßnahmen halfen ihm, möglichst lange mobil und schmerzarm zu bleiben.
Aber Jack ließ sich davon seine Lebensfreude nicht nehmen.
Er liebte die Nähe seiner Menschen, genoss seine Spaziergänge und durfte manchmal sogar mit ins Büro. Und dann waren da natürlich seine Bälle: Jack war der Balljunkie unter unseren Gnadenhunden. Bälle konnte man seiner Meinung nach schließlich nie genug haben.
Vor allem aber gab es etwas, ohne das Jack nur schwer zurechtkam: Seine Sina.
Alleinbleiben fiel ihm zunehmend schwer. Sina gab ihm Sicherheit und gehörte für ihn ganz selbstverständlich zu seinem Leben.
Jack war krank. Aber solange seine Menschen und seine Sina bei ihm waren, war das Leben für ihn schön.

Jack – krank, aber das Leben war schön


Aus Pflegestelle wurde Gnadenpflegestelle
Im Februar 2021 stand fest, was sich eigentlich schon länger abgezeichnet hatte: Sina und Jack würden nicht mehr vermittelt werden.
Beide hatten gesundheitliche Einschränkungen, die sie dauerhaft begleiten würden. Gleichzeitig waren sie bei Sabine längst angekommen. Sie kannten ihr Zuhause, ihren Alltag und ihre Menschen – und vor allem konnten sie weiterhin zusammenbleiben.
So wurden Sina und Jack offiziell unsere Gnadenhunde.
Von diesem Moment an ging es nicht mehr darum, für sie ein anderes Zuhause zu suchen. Es ging darum, ihnen genau dort ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen.
Der Verein übernahm die notwendige medizinische Versorgung, Medikamente, Spezialfutter und Therapien. Sabine und ihr Mann übernahmen etwas, das sich nicht auf einer Rechnung erfassen lässt:
den täglichen Alltag, die Fürsorge und die Sicherheit eines Zuhauses.
Und genau daraus wurden schließlich fast drei gemeinsame Jahre.
Und dann wurde das Leben einfach schön
Bei Sabine bestand das Leben von Sina und Jack nicht nur aus Tierarztbesuchen, Medikamenten und Therapien. Es bestand vor allem aus ganz normalen Tagen – und genau die waren für die beiden etwas Besonderes.
Sie hatten einen großen Garten, gingen spazieren, trainierten und waren möglichst oft einfach mit dabei. Jack durfte sogar mit ins Büro, denn in der Nähe seiner Menschen fühlte er sich am wohlsten. Sina entwickelte sich zur aufmerksamen Hofwächterin und ließ zuverlässig wissen, wenn sich in der Nachbarschaft etwas tat.
Und dann gab es Dinge, mit denen zu Beginn wohl niemand gerechnet hätte.
Sina und Jack fuhren gemeinsam in den Urlaub an die Ostsee.
Sie liefen am Strand, erkundeten eine völlig neue Umgebung und genossen mit Sabine und ihrem Mann eine Zeit, die drei Jahre zuvor kaum vorstellbar gewesen wäre.
Als Jacks Gelenke später immer weniger mitmachten, sollte auch das gemeinsame Unterwegssein nicht einfach aufhören. Für ihn wurde ein großer Hundebuggy angeschafft, damit er Sina weiterhin auf längeren Runden begleiten konnte. Dass Jack von diesem Gefährt selbst eher wenig begeistert war, gehört allerdings auch zu seiner Geschichte.
Denn am Ende ging es nie darum, dass alles perfekt sein musste.
Es ging darum, aus dem, was noch möglich war, möglichst viel Leben zu machen.





Wenn einer nicht mehr konnte, blieb der andere
Mit der Zeit wurden die gesundheitlichen Einschränkungen der beiden deutlicher. Besonders Jack machten seine Ellenbogengelenke zunehmend zu schaffen. Die Arthrosen und die nicht operable Ellenbogendysplasie schritten weiter voran. Medikamente, Physiotherapie und andere unterstützende Maßnahmen halfen ihm lange, doch seine Spaziergänge wurden immer kürzer.
Jack war damit durchaus zufrieden. Ein paar kleine Runden, der Garten, seine Menschen – und natürlich seine Bälle. Viel mehr brauchte er eigentlich nicht.
Doch da war Sina.
Sie war trotz ihrer eigenen gesundheitlichen Baustellen noch deutlich mobiler und wollte ihre Spaziergänge genießen. Und weil Jack nur schwer ohne sie bleiben konnte, musste eine Lösung her. Der große Hundebuggy sollte es möglich machen, dass beide weiterhin gemeinsam unterwegs sein konnten.
Denn Sina und Jack gehörten zusammen.
Was bei ihrer Ankunft im Jahr 2020 schon zu erkennen gewesen war, wurde mit den Jahren immer deutlicher. Sina gab Jack Sicherheit. Allein zu bleiben fiel ihm zunehmend schwer, und ohne sie geriet er schnell in große Unruhe.
So wurde ihr gemeinsames Leben mit der Zeit kleiner. Die Wege wurden kürzer, die Pausen länger und manches, was früher selbstverständlich gewesen war, ging irgendwann nicht mehr.
Aber solange es möglich war, blieben sie zusammen.
Und genau das sollte auch am Ende so sein.
Ein letzter gemeinsamer Weg
Im August 2023 veränderte sich plötzlich alles.
Bei Sina wurde ein bösartiger Nebennierentumor festgestellt. Die Tumorkapsel hatte bereits kleine Risse, aus denen Blut austrat. Innerhalb kurzer Zeit verlor sie ihren Appetit, wollte sich kaum noch bewegen und ihr Bauch schwoll zunehmend an.
Von Tag zu Tag ging es ihr schlechter.
Gleichzeitig verschlechterte sich auch Jacks Zustand dramatisch. Seine ohnehin schwer geschädigten Ellenbogengelenke waren inzwischen nahezu vollständig versteift. Schon länger konnte er nur noch kurze Strecken laufen und musste immer wieder Pausen machen. In seiner letzten Woche baute er noch einmal stark ab.
Und Jack hatte sein ganzes Leben bei Sabine eines sehr deutlich gezeigt:
Ohne Sina wollte er nicht sein.

Als schließlich die Entscheidung getroffen werden musste, Sina gehen zu lassen, stand deshalb auch Jack im Mittelpunkt. Ihn schwer krank und ohne seine vertraute Gefährtin zurückzulassen, erschien nicht mehr als der richtige Weg.
Am 14. August 2023 durften Sina und Jack deshalb gemeinsam gehen.
Fast drei Jahre waren sie bei Sabine und ihrem Mann gewesen. Sie waren gemeinsam gekommen, hatten gemeinsam ein völlig neues Leben kennengelernt und waren durch gute wie schwere Zeiten Seite an Seite gegangen.
Und so, wie sie gelebt hatten, durften sie auch gehen: zusammen. ❤️

Was von Sina und Jack bleibt
Sina und Jack kamen zu uns, weil ihre Besitzerin sie nicht mehr versorgen konnte. Eigentlich sollte für beide eine neue Perspektive gefunden werden.
Doch manchmal verändert sich im Tierschutz das Ziel.
Aus einer vorübergehenden Pflegestelle wurde eine Gnadenpflegestelle. Aus einigen Wochen wurden fast drei Jahre. Und aus zwei Hunden mit vielen gesundheitlichen Baustellen wurden zwei Familienmitglieder, die noch einmal erfahren durften, wie sich ein richtiges Zuhause anfühlt.
Bei Sabine und ihrem Mann ging es nicht nur um Medikamente, Physiotherapie, Spezialfutter oder Tierarztbesuche. Es ging um Spaziergänge, Garten, Bälle, Training, gemeinsame Urlaube – und um all die kleinen Dinge, aus denen am Ende ein gutes Hundeleben besteht.
Sina und Jack zeigen, was Gnadenpflege für uns bedeutet:
Nicht die verbleibende Zeit zu zählen, sondern sie mit Leben zu füllen.
Fast drei Jahre durften sie genau das erleben.
Und als ihre gemeinsame Zeit zu Ende ging, mussten sie auch diesen Weg nicht getrennt gehen.
Zusammen gekommen.
Zusammen geblieben.
Zusammen gegangen.